Der Echo – oder was die Musikindustrie dringend noch lernen muss

Gestern ging wieder einmal der nach eigenen Angaben mit wichtigste Musikpreis der Branche über die Bühne: Der Echo Award in der o2 World in Berlin. Ausgezeichnet wurden Peter Fox(aus meiner Sicht völlig unverständlich), Udo Lindenberg, Thomas Godoj, Paul Potts und viele weitere. Die Veranstaltung präsentierte sich dabei im Gegensatz zur derzeitigen Wirtschaftsstimmung wesentlich glamouröser als in den Vorjahren. Doch die Musikindustrie zittert weiterhin.

Schließlich geht es ihr weiterhin schlecht. die physikalischen Datenträgern verschwinden immer mehr aus den Bilanzen des Verkaufs. Es geht zu digital und die Musikindustrie weint dieser Tatsache immer noch hinterher. Dabei müsste sie jetzt endlich einmal lockerer werden. Bestehende Strukturen müssen aufgeweicht werden. Der ersten Schritte dahin werden bereits getan: Die Musik wird DRM-frei ausgeliefert, Musik wird werbefinanziert kostenlos zur Verfügung gestellt und eine Chartreform gab es auch. Doch leider haben diese Feinkorrekturen immer noch Schönheitsfehler, die immer noch zeigen, dass die Musikindustrie immernoch nicht im 21. Jahrhundert angekommen ist. Die Unabhängigen Labels machen hier mit innovativen Sachen das Rennen. So gibt es mit Jamendo einen wunderbaren Anbieter, der kostenlos Titel zur Verfügung stellt. Oder wie wäre es, wenn die Lizensierungsbedingungen bei Gema und GVL endlich gelockert würden – Stichwort Podcastlizensierung. Dazu sind die Gesetze im Bereich Urheberrecht zu undurchsichtig. Auch hier muss die Musikindustrie, die derzeit anscheinend grade ihren zweiten Frühling erlebt, weiter mitarbeiten und dranbleiben. Modelle wie Roccatune und LastFM bieten viele Möglichkeiten der einfachen Vermarktung. Auch sollt die Musikindustrie nicht auf eigene Plattformen setzen, sondern verfügbare benutzen. Das ist für sie einfacher und billiger. Leider ziehen sich die Plattfirmen beispielsweise von Youtube immer weiter zurück. Grund sind zu wenig Lizenzgebühren. Doch das sollte in Zeiten fehlender Verkaufszahlen nicht das Problem sein. Vielleicht sollte sich aber hier dier Vermarktung auch etwas ändern. Statt der üblichen Google Ads, wie wärs mit Links zum Direktkauf. Das würde den Verkauf bestimmt ankurbeln.

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