Sonntag ist Sommerinterviewzeit. Mit dieser Reihe versucht das ZDF Politiker mal hautnah zu zeigen. Diesen Sonntag war Kurt Beck an der Reihe. Ich muss sagen er hat mich mehr überzeugt als der Bundespräsident Horst Köhler.
Während Köhler etwas vorsichtig war, zeigte sich Kurt Beck von seiner konkreten Seite. Er sagte, was Deutschland braucht, zumindest aus seiner Sicht. Natürlich sprach er auch die böse CDU an und die arme Angela Merkel, die zur Zeit mit Kritik von Seiten der CDU und der CSU leben müsse. Für die Kanzlerkandidatur seinerseits oder eines anderen 2009 hat er sich nicht konkret geäußert. Das Ergebnis werde im Herbst veröffentlicht.
Gleichzeitig setze er aber schon die Grundsätze für 2009. Die SPD werde keine Steuersenkungen anstreben, sondern lieber auf andere Mittel zurückgreifen, um den Bürger zu entlasten. Als erstes nannte er ein Energiesparkonzept. Demnach soll jetzt angefangen werden, analysiert zu werden, in neue Technologien Geld gesteckt zu werden und damit im Endeffekt den Bürger durch geringere Kosten zu entlasten. Ein Konzept, was durchaus gut und richtig klingt. Allerdings besteht da ein winziges Problem: Wer soll sich diese Technologien dann noch leisten können wenn man allein durch die hohen Energiepreise sowieso schon ein riesiges Loch im Geldbeutel hat? Vom Ansatz her ist die Idee aber nicht schlecht. Weiterhin sollten die Lohnnebenkosten gesenkt werden wie beispielsweise die Sozialabgaben. Als Grund für die fehlende Steuersenkung gab er an, dass über die Steuersenkungen die Schulden Deutschlands bezahlt würden.
Mit diesem Sommerinterview gab es einen sympathischen Kurt Beck zu sehen. Nicht oft war er derart gelassen zu sehen. Eine Änderung bei den schlechten Umfragewerten dürfte das nicht geben, allerdings könnten viele darüber nachdenken, ob Kurt Beck nicht doch vielleicht emotionaler ist als man zunächst denkt. Weiterhin ist er das, was viele Politiker nicht schaffen: bürgernah.
Hier gibts das Sommerinterview nochmal in voller Länge