Ich betreibe meinen Blog jetzt schon vier Jahre. Seitdem hat sich Einiges verändert. Viele ehemalige Blogger sind zu reinen Twitterern, viele Podcaster haben aufgehört, viele beschweren sich über zu wenig Feedback und die Diskussionen aus dem Blog haben sich auch oftmals zu Facebook verlagert. Gründe aufzuhören sind für viele Blogger und Podcaster mangelndes Feedback. Sie bemerken, dass sie gelesen werden, vor allem auch anhand der Statistiken. Im Übrigen hat auch dailypod.de schon öfter auf der Abschussliste gestanden. Gerändert habe ich diesen Zustand, weil ich mir dachte: Es gibt sicher noch Menschen, die das Blog wenigstens lesen, auch wenn sie es nicht kommentieren. Doch gleichzeitig habe ich auch über mich als Blogger und Podcaster nachgedacht. Ein Blogpost von Martin Weigert hat mich jetzt dazu gebracht, über mich und generell die Blogosphäre nachzudenken.
Wir Deutsche sind ein sehr feedbackfaules Volk. Dem ist wirklich schon seit etlichen Jahren so. Zu den Zeiten, als gerade der große Podcasthype war gab es mehr Feedback. Vor allem Hobbypodcaster schätzten ein gutes Feedback und gaben selbst auch anderen ein gutes Feedback. Gut ist dabei als qualitativ wertvoll zu verstehen. Gewissermaßen war die Podcastszene wie ein nicht fest geknüpftes soziales Netzwerk, was Wert darauf legte, auch wirklich interaktiv zu funktionieren. Dem Radio war dies ein Vorbild und so hielten wieder mehr Radiosendungen mit mehr interaktiven Elementen im Radio Einzug. Gleichzeitig hatte dieses Feedback auch einen anderen Vorteil: Es generierte dem kommentierenden Podcaster Reichweite. Dem ist heute noch genau so. Und nicht nur in der damaligen Podcastszene war es so, sondern generell in der Blogosphäre, der Videopodcaster und Webradioszene ist ein gutes Feedback wirklich ein aktiver Reichweitenförderer. Feedback ist dabei nicht nur als Kommentar oder E-Mail zu verstehen, sondern vielmehr als jede Art der Interaktion. Blogger und Podcaster können beispielsweise auch einen Link weitergeben. Und Facebooknutzer werden auch einen guten Link an ihre Nutzer weitergeben. Der Blogger kann dabei jede Interaktion, wenn gewünscht nachverfolgen und wird sich das jeweilige Blog oder den Twitteraccount anschauen. Das widerum führt zu mehr Interaktion unter sämtlichen Blognutzern.
Wichtig ist dabei nicht unbedingt, wie groß das Blog ist, auf das ihr verlinkt oder welches ihr kommentiert, sondern vielmehr, dass ihr kommentiert und somit es zulasst, dass der Blogger am Ende auch euer Blog anschaut. Es ist gewissermaßen ein Prinzip wie “Eine Hand wäscht die Andere”. Dadurch werden auch kleine Blogs lebendiger und im übrigen auch für die Vermarktung interessanter. Ich habe es mir mittlerweile mehr angewöhnt, jeglichem guten Blogeintrag ein Feedback zu geben entweder durch eine Teilung über soziale Netzwerke, über einen Blogpost, in dem ich auf einen anderen Blogger verlinke oder auch durch einen netten Kommentar. Das Ergebnis auch nur der ersten Tage dieser Aktivitäten haben sich eindeutig in einem Aktivitätengewinn und einer höheren Nutzerzahl gezagt. Bei den Nutzerzahlen kann ich von einem wachsen um 30 bis 50 Prozent sprechen. Aus meiner Sicht wirklich mutmachende Zahlen, die die relevanz des Blogs als Element für das Web 2.0 zeigen. Also, lasst uns starten.
Linktipp: Hier übrigens die Antwort von S.Kriwoj auf den Artikel von Martin Weigert