Am Montag ist er gegangen, der alte Bundespräsident Horst Köhler. Und mittlerweile will ihn zumindest aus der Politik auch kaum noch jemand. Ihm wird Fahnenflucht vorgeschlagen und auch die Medien sagen mittlerweile, dass er kritikunfähig ist. Bis zum 30. Juni soll jetzt ein neuer gefunden werden…oder eine neue. Denn auf der Kandidatenliste unserer Bundeskanzlerin steht niemand geringeres als Ursula von der Leyen. Und der Protest dagegen lässt nicht lange auf sich warten. Innerhalb kürzestes Zeit schaffte es das Hashtag #zensursula bei Twitter in die Top 10 der meist diskutierten Themen. Und auch auf Facebook und StudiVZ formierten sich Gruppen, die sich mit dem Thema auseinandersetzen. Gerade die Gruppe auf Facebook hat schon ordentlich viele Mitglieder – nämlich mehr als 8200.
Tatsächlich dürfte Ursula von der Leyen auch in dieser Debatte wahrscheinlich mehr als Mittel zum Zweck dienen. Schließlich versucht die Bundesregierung schon seit einigen Monaten, einige von Köhler ungeliebten Gesetze durchzubekommen. Beispielsweise wird seit längerem über die sogenannte Netzzensur debattiert. Auch diverse Finanzgeschäfte wurden von dem Bänker Köhler nicht durchgewunken und hatte auch öfter Kritik geübt. Dass Köhler den Afghanistaneinsatz als wirtschaftlich günstig in einem Radiointerview bezeichnet hat, ist sicherlich nicht die beste Ausdrucksweise, entspricht aber tatsächlich der Wahrheit. Schließlich wurden auch in der Vergangenheit immer wieder Kriege geführt, die für einen wirtschaftlichen Aufschwung sorgten. Doch jetzt ist er nicht mehr da und es gilt einen Neuen zu finden.
Dabei kursieren im Netz die wildesten Vorschläge, die teilweise auch schon von Politikern ausgesprochen wurden. Zum Beispiel Stefan Raab, der schon auf der Liste von brandenburgischen Landespolitikern steht und auch im Netz eine hohe Beliebtheit besitzt. Dieser wird zwar mit Sicherheit nicht den Bundespräsidentenstuhl einnehmen, dafür klingen andere Vorschläge durchaus vielversprechend. Beispielsweise der ehemalige Außenminister Joschka Fischer, der in Deutschland ein hohes Ansehen genießt und dazu noch politische Erfahrung mitbringt. Allerdings dürfte er eher schlechte Karten haben, da er ein ehemaliger Abgeordneter der Grünen ist und die Regierung definitiv einen schwarz-gelben Bundespräsidenten bevorzugen würde.
