Schon ist es wieder ein paar Tage her, das Stefan Raab mit seinem Schützling Lena den Eurovision Song Contest gewonnen hat. Und die Schlagzeilen wollen nicht abreißen Lena ist überall präsent, fast immer auf dem Titelblatt von Zeitungen zu sehen. Außerdem ist sie mittlerweile in fünf Ländern auf Platz eins der Downloadcharts. Der Erfolg von Lena Meyer-Landrut will zumindest in unmittelbarer Nähe nicht abreißen. Und immer wieder fällt etwas ins Auge, dass vor der Castingshow “Unser Star für Oslo” bei weitem kein Alltag gewesen ist: Stefan Raab ist ein absoluter Anti-Bohlen. Der Umgang mit den Kandidaten beispielsweise bei “Unser Star für Oslo” war um Einiges respektvoller als bei DSDS. Bei der Planung der Show ging es nicht darum, Kandidaten runter zu machen, sondern wahre Talente zu fördern. Weiterhin versuchte Raab bei der Castingshow nicht wie DSDS mit künstlich erschaffenen Skandalen zu glänzen, sondern mit Qualität zu glänzen. Lena ist dabei sicherlich nicht das beste Gesangstalent, aber sie ist einzigartig und konnte sich rein durch ihre Persönlichkeit schon vom sonstigen Teilnehmerfeld des Eurovision Song Contests absetzen. Auch die Betreuung von Lena ist nicht so, wie bei DSDS. Bei Deutschland sucht den Superstar, und das gibt Bohlen zu, geht es ja nicht vordergründig darum ,einen Künstler zu finden, der sich lange hält, sondern lediglich eine gute Show zu liefern und ein paar Platten zu verkaufen. Dabei müssen die Künstler meist fast ihre Seele an RTL verkaufen(um mal übertrieben davon zu sprechen). Stefan Raab macht auch hier das Gegenteil. Stefanie Heinzmann, Max Mutzke und auch Lena sind Langzeitkünstler. Stefanie Heinzmann und Max Mutzke haben dabei sicherlich nicht die vordergründig wichtigste Rolle, aber dennoch produzieren sie Musik und werden weiterhin von Raab durch gute PR unterstützt. Auch von Skandalen werden die Künstler, soweit es geht, fern gehalten.
Stefan Raab ist ein Anti Bohlen und zeigt, dass auch die Erfolgreich sein können. Seine indirekte Protestaktion gegen die Knebelverträge und die Umgangsweise mit DSDS Kandidaten zeigen schon, dass hier jemand am Werk ist, dem sowohl die Qualität der Medien, als auch der Musik sehr am Herzen liegen. Stefan Raab ist ein Entertainer aus Leidenschaft, weniger aus Profitgier. Und auch quotentechnisch spielt er, zumindest war es bei Unser Star für Oslo so, nicht in der gleichen Liga. Doch das, was er schafft im Musikbusiness hat Erfolg. Doch auch er trifft falsche Entscheidungen. So finde ich den Vorschlag, Lena auch 2011 ins Rennen zu schicken sehr gewöhnungsbedürftig. Aber das ist ein anderes Kapitel, denn jetzt hat er erstmal etwas lob verdient für die indirekte Rettung des Qualitätsfernsehen und der Qualitätsmusik.
