Ubuntu für Tablets kommt

tablet-home-portraitDie Jungs von Canonical gegen derzeit ordentlich Gas wenn es um das hauseigene Betriebssystem Ubuntu geht. Noch vor kurzem wurde mit Ubuntu Phone ein Smartphone-Betriebssystem vorgestellt, welches durch eine besonders schöne Nutzeroberfläche besticht. Noch ist nicht klar, welche Hersteller auf den Zug mit aufspringen werden, jedoch ist der Vorstoß von Canonical sehr vielversprechend. Ähnlich vielversprechend sieht jetzt auch der Vorstoß für das Tablet aus. Heute Nachmittag stellte Canonical ein Tablet-System mit einer Ubuntu-Phone ähnlichen UI vor, welches einige Vorzüge gegenüber den anderen Systemen mitbringt.


Sowohl native als auch HTML 5 Apps möglich

Das Tablet-System wurde in einer Video-Keynote über Youtube und die Internetseite von

Die Ubuntu-Videokeynote als Video

Ubuntu vorgestellt. Dadurch gibt es zwar schon einen Eindruck von dem Tablet-System, ein richtiges Hands-On wird es aber wahrscheinlich erst zum Mobile World Congress geben, wo Ubuntu for Tablets gezeigt werden soll. Ähnlich wie bei Ubuntu Phone setzt Canonical auch bei der Tablet-Version auf eine Bedienung per Touch-Gesten. So lassen sich von der linken Seite durch ein Wischen die meistgenutzt Apps hervorrufen. Von oben lassen sich einzelne Einstellungen im Schnellverfahren erledigen. Ein Wisch von unten ruft die Kontrolloptionen für einzelne Apps hervor. Besonders spannend ist der Wisch von der rechten Seite. Damit lassen sich während der Benutzung einer App aktuelle Benachrichtigungen aus sozialen Netzwerken oder über Anrufe abrufen. Weiterhin kann gleichzeitig zur Benutzung einer App auch ein Telefonat, zum Beispiel über Skype, geführt werden. Die Nutzeroberfläche sieht der von Ubuntu-Phone sehr ähnlich. Letztlich entscheidend dürfte für den Erfolg des Systems sein, welche Hersteller es unterstützen und welche Apps zur Verfügung stehen. Wichtig dürfen zum Beispiel Apps für die sozialen Netzwerke wie Facebook, Messenger wie Skype aber auch praktische Alltagsprogramme wie etwa die der Wiener Linien oder anderer Verkehrsbetriebe sein. Auch die Unterstützung von Google mit eigenen nativen Apps ist sicherlich nicht zu unterschätzen, auch wenn éin Teil davon bereits im System integriert sein dürfte. Thema Apps: Ubuntu for Tablets unterstützt HTML 5 Apps, aber auch die Programmierung nativer Apps ist möglich. Eine eigene SDK will Canonical hier zum Download zur Verfügung stehen. Auch eine Developer Preview soll am 21. Februar 2013 erscheinen.

Bisher sind noch keine Hersteller mit an Bord

Eines der herausragenden Features dürfte jedoch, wie es das bereits bei Ubuntu Phone ist, die Möglichkeit sein, das eigene Tablet ganz einfach als vollwertigen PC zu nutzen. Dazu muss angeblich lediglich ein eine Tastatur und eine Maus angeschlossen werden und schon kann der vollwertige Ubuntu-Desktop genutzt werden. Ein Thin-Client macht es möglich auch Windows Programme wie etwa Microsoft Office direkt am Ubuntu PC zu nutzen. Andersherum ist es möglich mit dem Andocken eines Ubuntu Smartphones an ein Tablet auch dieses mit der Tablet UI darzustellen. Canonical geht damit den Gedanken, den Windows 8 mit der Modern UI verfolgt noch ein Stück weiter. Statt einer gleichen oder ähnlichen UI für alle Geräte gibt es eine Oberfläche speziell für jeden Gerätetyp. Sehr schön an Ubuntu ist auch, dass viele Funktionen auch via Sprachsteuerung genutzt werden können. So ist etwa zum Beispiel die Bildbearbeitung via GIMP über diese Steuerung möglich. Insgesamt ist Ubuntu for Tablets vom Design her sehr Ubuntu Phone nachempfunden. Spannend wird sein welche Hersteller Ubuntu for Tablets unterstützen werden. Im Moment steht das Produkt lediglich in den Startlöchern und wird wahrscheinlich erstmal zur Installation auf diversen anderen Geräten zur Verfügung stehen. Offizielle Partnerschaften mit Hardware-Herstellern gibt es bisher nicht oder sie sind zumindest noch nicht bekannt. Sollte nicht also ein Hersteller wie Samsung, HTC oder auch Asus aufspringen, so könnte das System schnell zum Rohrkrepierer werden.

Eine Alternative für den Tablet-Markt wäre sinnvoll

Der Vorstoß von Canonical mit Ubuntu for Tablets ist sicherlich schön für den Tablet-Markt. Immerhin gibt es derzeit mit Android und iOS lediglich zwei wirklich vorherrschende Systeme. Windows 8 und Windows RT sind derzeit im Tablet-Markt noch nicht so erfolgreich, was sich aber durchaus noch ändern könnte. Mit Ubuntu for Tablets gibt es endlich ein vollständig offenes System, welches zudem auch noch gut mit den Medienangeboten von Ubuntu und Amazon verbunden ist und damit eine Art Ökosystem bereits anbieten kann. Die schicke Oberfläche sowie auch die Bedienung machen Lust auf mehr und würden sicherlich den ein oder anderen Käufer überzeugen, wenn den die ersten Geräte endlich auf dem Markt sind. Dazu braucht es aber erstmal ein paar Hersteller und, trotz HTML 5 Unterstützung, eine ganze Reihe von App Entwicklern.

Dieser Beitrag wurde unter Computer/Internet, Mobile Stuff | Diese Seite zu Mister Wong hinzufügen abgelegt am von .

Über Christoph Till

Christoph ist schon seit langem in den Medien aktiv. Bereits mit 14 fing er an für die Sächsische Zeitung zu schreiben. Mit 18 startete er dann seinen eigenen Podcast. Zwei Monate nach den ersten Gehversuchen gründete er die Website “Daily Pod” und beschloss täglich zu podcasten. Wenig später folgten zwei Wochen Formatradio beim Ausbildungsradio, sowie ein Praktikum bei LandesWelle. Bis Ende 2010 war er bei LandesWelle angestellt. Im Jahr 2011 wechselte er dann zu Hitradio RTL und machte dort redaktionelle Arbeiten. Außerdem war er in der Morningshow für einige Zeit der Verkehrsmann. Heute beliefert zudem bis heute das Internetradio Quu.FM mit aktuellen Beiträgen aus dem Netz. Bei dailypod.de kümmert er sich um die Themen Politik, Wirtschaft, Computer/Internet und Kultur(Musik/Medien).

Ein Gedanke zu „Ubuntu für Tablets kommt

  1. Pingback: Was Microsoft von dem Vorstoß Ubuntu’s im Smartphone- und Tablet-Markt lernen kann › Daily Pod

Hinterlasse eine Antwort