Das soziale Netzwerk Facebook sorgt in den letzten Tagen nicht nur mit dem Scan von privaten Nachrichten, sondern auch mit dem Chronik Zwang für Aufruhr. Immer mehr deutsche Nutzer berichten, dass Facebook so bis Anfang August – die häufigsten Daten sind der 5. und der 6. August, zur Chronik zwingen will. Facebook ist damit anscheinend von seinem ersten Ansatz abgewichen, die Chronik lediglich Nutzern zur Verfügung zu stellen, die sie wollen. Das Blog TechCrunch hat jetzt erfahren, dass bis zum Herbst dieses Jahres alle Nutzer nur noch die Chronik nutzen können.
Ständige Meldung bei Login: Wechsel endlich zur Chronik
Die Umstellung auf die Chronik führt Facebook laut dem Blog bewusst langsam durch um große Proteststürme zu vermeiden. Das sorgt zwar dafür, dass immer wieder neue Proteste aufflammen, diese aber in einem kleinen Rahmen gehalten werden können. Im Frühjahr dieses Jahres gab es die erste Umstellungswelle und seitdem arbeitet Facebook an einer Schritt-für-Schritt Umstellung bei allen Nutzern. Das Prozedere funktioniert folgendermaßen: Sieben Tage vor der automatischen Umstelllung auf die Chronik sieht der Nutzer das eigene Profil schon in einer Vorschau im neuen Profildesign. Gleichzeitig bekommt er bei jedem Login den Hinweis, dass er jetzt zur Chronik wechseln könnte. Sind die sieben Tage um erfolgt die Umstellung ganz automatisch. Bis zum Herbst will Facebook die Umstellung auf das neue Profil beschleunigen, damit dann möglichst alle Nutzer die gleiche Profilansicht nutzen können.
Grund für den Zwang zur Chronik könnten auch die Apps sein
Nicht allein der ausbleibende Protest bei einer langsamen Umstellung könnte für Facebook ausschlaggebend sein. Sinn würde auch der Fakt machen, dass es in dem neuen Design eine Box mit der letzten Aktivität gibt, sodass darin für Apps geworben werden kann. Facebook strebt offenbar ein Wachstum in diesem Bereich an. Erst vor kurzem hat das Unternehmen mit dem App Center eine neue Möglichkeit ausgerollt, um auf die Apps besser aufmerksam machen zu können. Auch der neue Fotobereich soll dazu genutzt werden, um die Nutzer zum Taggen und Browsen von Fotos aufzurufen. Das Ziel also im Endeffekt: Die Daten sollen genauer werden und die Nutzer mehr Zeit auf Facebook verbringen. Die Timeline hat aber nicht nur Nachteile, sondern bringt auch ein wichtiges Feature für Nutzer mit. So können Beiträge und Aktivitäten gezielt versteckt werden. Das ist zumindest ein kleiner Gewinn für die Privatsphäre. Wer dennoch nicht zufrieden sein soll hat mehrere Möglichkeiten. Entweder man versteckt für sich selbst die Chronik mit Hilfe von Browser-Plugins oder wechselt einfach zu einem Konkurrenten wie Google+ oder greift einfach auf die gute alte E-Mail als soziales Netzwerk zurück. Mit ein wenig Arbeit am eigenen Adressbuch lassen sich damit nämlich auch ganz einfach Inhalte mit Freunden teilen ohne dass die Nachrichten ausgelesen werden.