Zattoo genießt schon seit längerer Zeit eine große Popularität bei vielen Nutzern. Der Dienst ist einfach zu nutzen, in der Grundversion kostenlos und bringt zumindest viele öffentlich rechtliche und einige private Programme mit. Mit VirtualSat hat sich jetzt ein Konkurrenzprodukt gefunden, was auch um die Gunst der Nutzer buhlt. Doch welcher IPTV Service schlägt sich besser?
Funktionalität: Zattoo setzt auf reines IPTV, VirtualSat nutzt einen legalen Umweg
Beide Anbieter haben unterschiedliche Herangehensweisen, wenn es um die Übertragung der TV Signale ins Netz geht. Zattoo setzt auf einen rein IT basierten Dienst, der die TV Signale über große Serversysteme an viele Nutzer verteilt. Bei VirtualSat kann ein virtuelles digitales Satellitenempfangsteil gemietet werden. Das Verfahren von Zattoo stellt sich als das etwas stabilere heraus. Zwar gibt es auch hier zu Stoßzeiten selbst bei schnellen Anschlüssen gelegentliche Störungen, jedoch ist das TV Signal im Vergleich zu VirtualSat etwas stabiler. VirtualSat hat besonders zur Primetime immer wieder mit größeren Aussetzern zu kämpfen, was sicherlich mit der Serverlast zu tun hat. Die Art wie die Dienste funktionieren bringen jedoch einen entscheidenden Vorteil für VirtualSat mit. Da mit Hilfe von VirtualSat gegen einen monatlichen Betrag ein LNB auf einer Satellitenanlage betrieben wird funktioniert der Dienst wie eine virtuelle TV Karte. Damit bleiben für das Unternehmen die anstrengenden Lizenzverhandlungen mit den Privatsendern vorenthalten, die Zattoo zum Beispiel schon hinter sich bringen musste. Auch die Bereitstellung der privaten Fernsehsender wie RTL, Pro7, Sat.1 u.s.w ist über diesen Weg leichter zu gewährleisten. Zattoo hingegen muss sich an den Verhandlungstisch mit den Sendern setzen, was bisher nur bei wenigen privaten Sendern wie N24 und den öffentlich rechtlichen Sendern wie ARD und ZDF zum Erfolg geführt hat.
Bildqualität: Zattoo punktet im Abonnement
Bei der Bildqualität liefert VirtualSat eine annehmbare Qualität. Zum Anschauen der Sender über Laptop, Smartphone oder Tablet reicht es. Nicht so schön dürfte die Qualität ausfallen, wenn die Sender über den Fernseher abgespielt werden. Für den Gebrauch am Laptop und anderen Endgeräten mit kleineren Bildschirm reicht die Qualität jedoch voll aus. Zattoo bietet in der kostenlosen Version eine annehmbare Qualität, die jedoch nicht überragend ist. Sie ist etwas schlechter als bei VirtualSat. Im Abonnement zeigt die Übertragung von Zattoo als IP-betriebener Dienst jedoch seine Vorteile: Die Bildqualität im HD Abo ist sehr scharf und ermöglicht ein wirklich gutes Fernseherlebnis. Noch sind jedoch nicht alle Fernsehsender in HD empfangbar. Momentan gibt es lediglich die öffentlich rechtlichen Sender in dieser Top Qualität zu sehen. Dafür gibt es die Qualität dann auch auf Wunsch auf allen Endgeräten zu sehen. Die Bildqualität ist damit eine eindeutige Stärke von Zattoo. VirtualSat muss hier noch etwas nachrüsten. Jedoch sollte der Dienst zunächst seine Probleme in der PrimeTime hinbekommen bevor an solchen Maßnahmen gearbeitet wird.
Beide Dienste sind auf mobilen Endgeräten vertreten
Immer wichtiger werden bei dem Anbieten solcher Dienste auch die mobilen Endgeräte. Hier haben beide Dienste die Hausaufgaben gemacht. Zattoo ist derzeit für iOS, Android und Windows Phone 7 verfügbar. Die Fernsehprogramme sind allerdings lediglich über WLAN empfangbar, da Zattoo noch nicht die nötigen Lizenzen für eine Übertragung per UMTS besitzt. VirtualSat gibt es derzeit für iOS und Android. Besonders die Android Version erhält dabei eine intensive Pflege, da VirtualSat diverse Geräte mit dem Android Betriebssystem anbietet, die direkt für den Fernsehkonsum mit VirtualSat geschaffen wurden. Im Gegensatz zu Zattoo funktioniert VirtualSat dabei auch über die 3G oder LTE Verbindung der Geräte. Auch hier macht sich die Technologie wieder bezahlt. Nachteilig ist, dass zumindest unter Android eine Software für den Betrieb der App nachinstalliert werden muss. Das kommt der Bedienung nicht gerade zu Gute. Jedoch scheint die Software bei den meisten zu funktionieren. Auf meinem HTC Desire habe ich das Programm leider nicht zum Laufen bekommen. Es ist immer wieder abgestürzt. Zattoo hingegen funktioniert einwandfrei und bietet eine durchaus stabile Übertragung im WLAN Netz.
Kosten: Zattoo hat ein kostenloses Grundangebot, VirtualSat nicht
Wer es möglichst günstig möchte, der kann auf Zattoo zurückgreifen. Der Anbieter hat ein kostenloses werbefinanziertes Angebot. Dabei wird beim Starten und beim Umschalten Werbung gezeigt. Wer keine Werbung will kann auf das HD Abo zurückgreifen. Dabei wird auf die Werbung verzichtet. Ein kostenfreies Angebot hat VirtualSat nicht. Beide Dienste bieten ihre Premiumangebote für rund 5 Euro pro Monat an. Je nach Anzahl der bestellten Monate werden die Angebote aber gestaffelt.
Fazit: Wer gute Bildqualität will, holt sich Zattoo. Wer private Sender will geht zu VirtualSat
Die Frage, welcher Dienst genutzt werden soll hängt ein bisschen davon ab, welche Präferenzen ein Nutzer hat. Soll die Bildqualität gut sein, empfiehlt sich die Nutzung von Zattoo. Wer jedoch viel Wert auf private Sender wie RTL, Pro7 oder Sat.1 legt, der ist mit VirtualSat gut beraten. Von der Bedienung und dem Look and Feel ist Zattoo derzeit der bessere Anbieter. VirtualSat punktet vor Allem mit der etwas besseren Senderauswahl.
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