Drei Empfangswege: DAB+, UKW und Internet–Welcher Empfangsweg setzt sich durch?

Das Radio hat in den letzten Jahren nahezu eine Evolution hinter sich. Statt der Beschränkung auf verschiedene Frequenzbereiche von Langwelle bis Ultrakurzwelle stellen sich die Empfangswege für das Radio jetzt neu auf und bieten damit einen höheren Komfort und eine bessere Qualität für den Hörer. Doch welcher Hörfunkstandard wird sich etablieren können? Oder bleibt es am Ende doch bei der alten Tante UKW?


DAB+ und Internetradio mit neuem Senderangebot

Der Vorteil der neuen Übertragungswege liegt auf der Hand: Statt bisher auf 30 Sender beschränkt zu sein bieten sowohl DAB+ als auch Internetradio Kapazitäten, an die UKW nicht annähernd heran kommt. Die Folge: Es finden sich viele alternative Formate zu den im UKW gängigen Hot AC und AC Format. Im DAB+ Netz sollen so über 100 Sender verbreitet werden können. Über das Internet können sogar mehr als 50000 Sender derzeit schon empfangen werden. Das Internet scheint damit im Bezug auf die Anzahl der Sender und auch die Qualität des Programms den Kampf zu gewinnen, hat sich aber derzeit außerhalb des Computers noch nicht durchgesetzt. Mit der Einsetzung von Smartphones hat sich im Bereich des mobilen Internetradios allerdings viel getan. Durch eine große Zahl von Apps können mittlerweile Internetradioprogramme auch mobil konsumiert werden. Der Nachteil: Besonders im urbanen Raum, wo es eine gute UMTS oder auch HSDPA Abdeckung gibt sind die Netze während der gängigen Tageszeiten häufig sehr stark beansprucht und es kommt zu Aussetzern. Hier kommt DAB+ ins Spiel. Der Digitalradiostandard ist ein sogenanntes one-to-many Verbreitungsmittel und schafft es mit einer hohen Empfangsstabilität in den Gebieten in denen es verfügbar ist zu glänzen. Die Empfangsstabilität macht es so möglich, DAB+ auch mit einem mobilen Kleinempfänger in sehr guter Qualität mobil zu hören. Bei verhältnismäßig schlechtem Empfang (bei meinem kleinen Philips Empfänger ist selbst bei einem Balken das Radioprogramm flüssig zu hören) schafft es Digitalradio seine Stärken auszuspielen. Der UKW Standard ist technisch auch sehr robust und erlaubt es durch die Einschränkung der Übertragung auf Mono und RDS einen relativ stabilen Empfang zu erzeugen. Speziell in Schaltgebieten offenbaren sich allerdings die Schwächen. Bei einer ständigen Frequenzumschaltung schwankt die Qualität sehr stark. Auch schwacher Empfang sorgt für einen extrem starken Qualitätseinbruch, der im Auto allerdings kaum wahrnehmbar ist.

Der große Vorteil von UKW liegt in den Geräten

So sehr die anderen Standards auch ihre Vorteile haben mögen in einem Punkt können sie mit UKW nicht mithalten: Die Verbreitung der Geräte. Ein UKW Radiogerät ist derzeit unschlagbar günstig. Dadurch bekommt der Standard derzeit noch eine unheimliche Verbreitung allein durch den Preis der Geräte. Da können Internetradio und DAB+ nicht mithalten. Zudem ist UKW in fast allen Autos serienmäßig im Autoradio mit verbaut, sodass auch hier die Grundvoraussetzung für eine Verbreitung schon gegeben ist. Für Internetradio im mobilen Bereich muss der Kunde mindestens eine UMTS Flatrate und ein Smartphone besitzen. Die mobilen Geräte für DAB+ sind derzeit ab einem Preis von 50 Euro zu haben. Während Smartphones ein immer größerere Verbreitung finden ist aber auch ein erhöhter Nutzeraufwand zum Konsum von Internetradio zu verzeichnen. Zum Einen muss der Nutzer sich erst eine passende App herunterladen und zum Anderen am besten auch noch möglichst hohe Pufferzeiten einstellen, damit es unterwegs keine Probleme mit dem Empfang gibt. Bei DAB+ ist das Gegenargument die Anschaffung eines neuen Gerätes, welches extra für den neuen Standard gerüstet ist. Allerdings arbeiten erste Autohersteller bereits an der serienmäßigen Integration des Digitalradiostandards und auch des Internetradiostandards.

Eine kleine Übersicht:

UKW

+ Viele günstige Geräte verfügbar

+ Bedienung sehr einfach

- sehr wenige Sender verfügbar

- Empfangsqualität in Schaltgebieten sehr stark schwankend

DAB+

+ Sehr gute Empfangsqualität auch bei schwachem Signal

+ deutschlandweite Sender verfügbar

+ Bedienung sehr einfach

- Geräte vergleichsweise teuer

- noch kein Standard in Neugeräten

- noch kein deutschlandweiter Empfang

Internetradio

+ sehr große Senderauswahl (mehr als 50000 Sender)

+ gute/sehr gute Klangqualität

+ Sender überall empfangbar

- Smarphone als Empfangsvoraussetzung

- schnelles Datennetz teilweise überlastet – Empfang gestört

- mobiler Empfang nicht überall stabil

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About Christoph Till

Christoph ist schon seit langem in den Medien aktiv. Bereits mit 14 fing er an für die Sächsische Zeitung zu schreiben. Mit 18 startete er dann seinen eigenen Podcast. Zwei Monate nach den ersten Gehversuchen gründete er die Website “Daily Pod” und beschloss täglich zu podcasten. Wenig später folgten zwei Wochen Formatradio beim Ausbildungsradio, sowie ein Praktikum bei LandesWelle. Bis Ende 2010 war er bei LandesWelle angestellt. Im Jahr 2011 wechselte er dann zu Hitradio RTL und machte dort redaktionelle Arbeiten. Außerdem war er in der Morningshow für einige Zeit der Verkehrsmann. Heute beliefert zudem bis heute das Internetradio Quu.FM mit aktuellen Beiträgen aus dem Netz. Bei dailypod.de kümmert er sich um die Themen Politik, Wirtschaft, Computer/Internet und Kultur(Musik/Medien).