Archiv für den Monat: Mai 2010

Warum ich Buzz gut finde

Google Buzz wird von vielen schon für tot erklärt. Der Dienst, den viele als Twitterkonkurrent sehen, hat eigentlich derzeit nur die Eigenschaft, Twitterstreams zu relayen – zumindest wenn es nach vielen Anwendern geht. Der Dienst ist dennoch lange nicht am Ende. Ich persönlich nutze Google Buzz sehr gerne und das hat folgende Gründe. Zum einen hat mir Twitter zu wenige Funktionen. Zum anderen ist mir Facebook mittlerweile zu überladen geworden und zum Dritten brauch ich nicht mit Foursquare noch eine App, die eigentlich den anderen bloß zeigt, wo ich bin.

Der Dienst Buzz hingegen ist in Kombination mit Twitter für mich persönlich die absolute Killerapplikation. Es gibt keine nervigen Spiele oder irgendwelche Anwendungen, die im Stream mit angezeigt werden. Zum anderen brauche ich nicht viele externe Apps, um beispielsweise Seiten zu verlinken oder Fotos einzubetten. Über Google Apps kommt noch eine Ortungsfunktion hinzu. Deswegen bin ich dazu übergegangen, meine Statusupdates mittlerweile mehr über Google Buzz zu posten, statt mit Twitter und Facebook mich abzumühen. Schade finde ich an Buzz allerdings derzeit noch, dass es auf dem BlackBerry nur über Umwege wie zum Beispiel den Bolt Browser oder Google Maps funktioniert. Hier kann ich deswegen nicht die Timeline so konsequent verfolgt werden, wie das bei Twitter mit den Apps der Fall ist. Hier gelobt Google Buzz aber Besserung. Ein eigener Client ist derzeit schon in Vorbereitung und auch 3rd Party Apps wie Seesmic kommen langsam aber sicher in die Gänge. Die Beschränkung auf 140 Zeichen ist mir außerdem bei Twitter noch ein Übel. Ich selbst denke derzeit darüber nach, sogar wegen Google Buzz meinen Twitteraccount zu löschen, da die wichtigen Twitterer auch bei Google Buzz mit vorhanden sind. Ich persönlich glaube, dass der Dienst in den nächsten Monaten einen enormen Aufschwung nehmen wird. Dazu fehlen nur noch wenige Erfolgsfaktoren und eine GMail unabhängige Oberfläche. Dementsprechend finde ich es bedenklich, den Dienst jetzt schon ins digitale Nirvana zu schießen. Ich werde Google Buzz weiter nutzen und ich denke, es wird nochmal einen riesen Anlauf zu dem Dienst geben, sobald die oben genannten Faktoren umgesetzt sind.

Eishockey in Deutschland – Das Ende des Stiefkinddaseins?


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Die rauschenden Eisnächte in Köln und Mannheim sind vorbei. Deutschland belegte beim diesjährigen Heimturnier der Weltelite im schnellsten Teamsport der Welt einen sensationellen 4. Platz, besiegte Dänemark, die USA, die Slowakei und die Schweiz und ließ auch Größen wie Finnland und das Eishockey-Mutterland Kanada hinter sich. Seit der Bronzemedaille 1976 hat ein deutsches Team nicht mehr solch einen Erfolg feiern können. Dass wieder einmal eine ganze Reihe von Weltklassespielern aus der nordamerikanischen Profiliga NHL fehlten soll diese Leistung nicht relativieren, denn auch das deutsche Eishockey hat mittlerweile eine zweistellige Anzahl von Spielern, die in Nordamerika tätig sind – und nur drei von ihnen konnten an der Heim-WM teilnehmen. Ohne Wenn und Aber: das Abschneiden von Uwe Krupps Team war herausragend, doch was wird dies langfristig für die Zukunft bewirken?

Eishockey fristet seit einer ganzen Zeit nur mehr ein Schattendasein in der deutschen Sportlandschaft. Dabei gibt es hierzulande sehr stimmungsvolle Fans – vor allem in den traditionellen Eishockeymetropolen Berlin, Köln, Düsseldorf oder Mannheim. Allerdings beschränkt sich die Begeisterung für „the coolest game on earth“ oft auf kleinere Regionen oder Orte. Ein landesweites Interesse ruft der Sport nicht hervor. Um das zu ändern, aber vor allem um das große Geschäft zu machen, wurde mit der DEL Mitte der 90er Jahre eine Profiliga nach nordamerikanischem Vorbild gegründet. Man erhoffte sich einen Boom für das deutsche Eishockey: mehr Sponsoren, mehr Geld, Topspieler aus der ganzen Welt und schließlich der Anschluss der Vereine an die Weltspitze.


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In der Realität konnten sich dann allenfalls die Einnahmen sehen lassen, zumindest bei manchen Clubs. Dieses Geld wurde aber nur selten sinnvoll investiert, zum Beispiel in neue Arenen, die zwar meist schmucklos, aber doch komfortabel und mit großem Fassungsvermögen ausgestattet waren. Andererseits aber versackte das Geld oftmals in den Taschen privater Eigentümer oder mittelmäßiger ausländischer Spieler. Für viele echte Eishockeyfans war diese Entwicklung höchst unerfreulich. Wie kann man sich noch mit einem Verein identifizieren, der jedes Jahr seinen Kader fast komplett austauscht, regelmäßig seine Vereinsfarben oder gar den Namen wechselt und kaum mehr die jungen Talente aus der Umgebung zum Zuge kommen lässt? Außerdem verärgerte die DEL die Anhängerschaften durch einen regelmäßigen Moduswechsel: In manchen Jahren gab es keinen Auf- und Abstieg und wenn doch, blieb der sportliche Absteiger möglicherweise doch in der Liga, weil ein anderer Club Insolvenz anmelden musste. Demgegenüber gab es so manchen Verein, der sich fast allein durch seine Finanzstärke in die DEL „kaufte“. Das Söldnertum, der unattraktive Modus und die vornehmliche Konzentration auf wirtschaftlichen vor sportlichen Interessen – all diese Dinge haben dem Eishockey in Deutschland nicht gut getan. Was in Nordamerika funktioniert, muss in Europa noch lange nicht gut gehen.

In der zurückliegenden Saison hatte die DEL einen Zuschauerschwund zu verzeichnen. Und das trotz z.B. des Zuschauermagneten Eisbären Berlin in der neuen O2-World. Es scheint, als ob die Fans des schnellen Kufensports nun die Quittung für jahrelanges am-Interesse-des-Zuschauers-vorbei-Wirtschaften austellen. Bemerkenswert ist nämlich, dass die Hallen der unteren Ligen nach wie vor gut gefüllt sind. Hier ist die Identifikation mit dem Verein offenbar höher.


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Mag sein, dass diese Entwicklung auch auf den sportlichen Niedergang der Nationalmannschaft zurückzuführen ist. Anfang der 90er Jahre standen die bundesdeutschen Kufencracks mal auf der Schwelle zur Weltspitze, als sie zwischen 1992 und 1994 bei den großen Turnieren regelmäßig die großen Nationen schlugen, leider aber nie über das Viertelfinale hinaus kamen. Danach zeigten sich erstmals die Auswirkungen der neuen DEL: Da deutsche Spieler in der neuen Profiliga kaum mehr zum Einsatz kamen, brachten sie für die Weltturniere schlicht und einfach zuwenig „Eiszeit“ mit und gingen nun meist gnadenlos unter. Eine desaströse WM 1998 endete mit dem Abstieg in die B-Gruppe. 2000 stieg man dann wieder auf und erlebte unter Hans Zach bei der Heim-WM 2001 und den olympischen Winterspielen 2002 eine kurze hoffnungsvolle Phase. Doch nach Zach ging es wieder bergab. Zwar hatte in der DEL ein Umdenken stattgefunden, denn mittlerweile spielten deutsche Spieler wieder eine größere Rolle in den Teams, doch die jahrelang brachliegende Jugendarbeit musste erst wieder reaktiviert werden und das geschah nur bei einem Teil der Vereine. Ein weiterer Abstieg und ein erneuter Wiederaufstieg folgte. 2006 war der wohl erfolgreichste deutsche Eishockeyspieler Uwe Krupp, der 1996 den Stanley Cup mit seinem Siegtor im entscheidenden Finalspiel nach Colorado holte, erstmals Bundestrainer. Die Ära Krupp erlebte Höhen und Tiefen. Der in Interviews immer etwas schüchtern und nervös wirkende Mann versuchte viel, um das deutsche Eishockey wieder zur Gesundung zu führen, modernisierte das Training und setzte konsequent auf die Jugend. Doch die WM 2009 und Olympia 2010 gerieten zum Debakel mit nur einem Sieg in beiden Turnieren zusammen genommen. Krupps Bemühungen schienen gescheitert – nach wie vor erzielte Deutschland zuwenig Tore und stellte sich in Über- und Unterzahl höchstens zweitklassig an.

Diese Mängel sind auch bei der Heim-WM 2010 noch längst nicht vollständig beseitigt. Und doch schaffte ein Team mit großem Zusammenhalt, Kampfkraft und Teamgeist, einer bärenstarken Abwehr und herausragenden Torhütern das Wunder, ins Halbfinale einzuziehen und dort dem Topfavoriten Russland bis zwei Minuten vor Schluss ebenbürtig zu sein. Die jungen Talente haben das Vertrauen zurückzahlen können und das deutsche Publikum nahm diese Leistungen dankbar und begeistert auf.


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Zu hoffen ist nun, dass das deutsche Eishockey – unter welchem Trainer auch immer – den Weg Uwe Krupps weitergeht und dass auch die Vereine erkennen, dass eine gute Nationalmannschaft ein wichtiges Zugpferd für die DEL ist. Dann werden sich sicherlich auch die Zuschauer wieder stärker dem Eishockey zuwenden. Ich will Eishockey nicht mit Fußball vergleichen, aber z.B. die Handball-WM im eigenen Land vor drei Jahren hat in der medialen Öffentlichkeit eine viel höhere Stellung gehabt als die zurückliegende Eishockey-WM, bei der ich manchmal den Eindruck hatte, ihre Existenz sei nur dem BND bekannt. Hoffen wir, dass bei der nächsten Heim-WM, die schätzungsweise in 10 Jahren sein wird, das deutsche Eishockey sich dauerhaft ein gutes Ansehen erkämpft hat und die Partien dann auch mehr Aufmerksamkeit erlangen. Die Helden Marcel Goc, Dennis Endras oder Christian Ehrhoff hätten es schon dieses Mal verdient gehabt.

Merkel hat es schwer zu überleben

Die Griechenlandhilfe, eine mögliche Mehrwertsteuererhöhung, kein Rückhalt von CSU und FDP – unsere Kanzlerin hat es derzeit nicht einfach. Was man Angela Merkel zu Gute halten muss: Sie verteidigt bis auf wenige Ausnahmen ihre Meinung. Ein negatives Beispiel ist die Finanzmarkttransaktionssteuer, die dafür sorgen soll, dass die Finanzmärkte die Hilfe von der Krise in naher Zeit zurück zahlen. Doch mehr als Umstritten bleibt die Kanzlerin derzeit. Die Opposition wirft der Kanzlerin Ideenlosigkeit und fehlende Handlungen vor. Außerdem erweist sich das labile Konzept der europäischen Union für Merkel als Fallstrick. Weiterlesen

Firefox 4 kommt

Der Browsermarkt ist neben dem Smartphonemarkt wohl derjenige, der zur Zeit die meiste Bewegung genießt. Chrome steht bereits mit der Version 5 in den Startlöchern, Opera hat vor kurzem Version 10.53 auf den Markt gebracht und auch noch in diesem Jahr kommt der Firefox 4. Und dieser soll das Verpasste der letzten Monate aufholen. So soll zum Beispiel eine neue Javascript Engine namens Jägermonkey dazu beitragen, dass der Firefox der schnellste Browser wird und Opera und Chrome wieder überholt. Zum anderen soll eine neue Oberfläche den Browser in der Bedienung einfacher machen. So gibt es jetzt oben links ein “Firefox” Menü. Diese Idee ist übrigens vom Opera 10.50 anscheinend kopiert worden. Weiterlesen

Wenn Youtube und die Gema nicht miteinander können…

Ganz ehrlich: Der Vergütungsstreit zwischen Youtube und der Gema ist zumindest für die Gema ein ganz großer Griff in den Dreck gewesen. Denn während vor einem Jahr rund sämtlich Videos mit Gemamusik von Youtube gesperrt werden sollten und die Gema nicht bereit war, auf Youtube zuzugehen in den Verhandlungen, so machten sich Labels, Radio und Fernsehanstalten selbstständig und veröffentlichten auf eigene Faust ihre Titel auf der Videoplattform. Dagegen ist nichts einzuwenden, sind sie doch die eigentlichen Rechteinhaber von bestimmten Musiktiteln. Weiterlesen

ZEEZEE – Die Musikflatrate für jedermann

[Trigami-Review]

Logo_mittel In meinem Blogeinträgen habe ich schon öfter über das neue Start Up “ZEEZEE” berichtet. Ich habe den Dienst in der Version “Easy” schon vorher getestet und war überrascht. Doch erstmal zum Prinzip des Anbieters. Bei ZEEZEE habt ihr die Möglichkeit, aus Internetradios Songs mitschneiden zu lassen. Das ganze passiert vollautomatisch. Ihr müsst nur die Songs oder das Album auswählen, eine Weile warten und schon könnt ihr euch die Songs direkt von der ZEEZEE Seite runterladen. In der Praxis funktioniert dieses Prinzip wirklich sehr gut. Besonders aktuelle Charthits werden dank des Prinzips sehr schnell im Webradio gefunden und aufgezeichnet.

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Ist Schach ein Sport?

Zu Beginn dieses Blog-Eintrags ein Rätsel: 1:0, 0:1, 0,5:0,5, 0:1, 0,5:0,5, 0,5:0,5, 0,5:0,5, 1:0 – was hat diese seltsame Zeichenfolge zu bedeuten? Nein, es sind nicht die Resultate der italienischen Serie A vom letzten Wochenende, obwohl man beim italienischen Defensivfußball durchaus mal über halbe Tore nachdenken könnte, um das Spiel interessanter zu machen. Es ist auch nicht die Auflistung meines letzten Toto-Tippscheins. Nein, aufmerksame Leser der Überschrift werden dahinter gekommen sein, dass es sich hier um die Ergebnisse eines Schachmatches handelt, die noch nicht abgeschlossen ist.

Seit dem 24. April duellieren sich der indische Titelverteidiger Viswanathan Anand und der bulgarische Herausforderer Wesselin Topalow in Sofia in Abständen von 1-2 Tagen und es geht um nicht weniger als den WM-Titel. Wer auf die Schnelle oben genannte Zahlen addiert, wird feststellen, dass der aktuelle Stand 4:4 ist und das Match daher zielsicher auf einen Tie-Break zusteuert. Wer nämlich zuerst mehr als 6 Punkte erreicht – das ist (fast) wie beim Tennis – hat gewonnen. Sollte es aber nach 12 Partien noch immer unentschieden stehen, geht es in die Verlängerung, die aus Partien besteht, in denen geringere Bedenkzeiten herrschen bis hin zum so genannten „Blitzschach“.

Hierzulande scheint das Interesse an diesem Turnier kaum jemanden zu interessieren. Allenfalls Randnotizen findet man in den Zeitungen und auf den großen Internetportalen des Sports. Dabei ist die Schach-WM eine hochernste Sache. Immerhin geht es um nicht weniger als 1,2 Millionen Euro, die der Sieger erhält und der Verlierer geht noch mit 800.000 Euro vom Tisch – damit lässt sich doch der nächsten Mietzahlung durchaus entspannt entgegen sehen. Dass es um viel geht, merkte man auch im Vorfeld, denn da lagen gerade auf bulgarischer Seite die Nerven schnell blank. Aufgrund der isländischen Aschewolke verzögerte sich die Anreise Viswanathan Anands und er beantragte eine Verlegung der Eröffnungspartie um drei Tage. Diese wurde vom Veranstalter als „inakzeptable“ zurückgewiesen und hätte nicht der Weltverband den Start wenigstens um einen Tag nach hinten verschoben, so hätte Anand nur kurze Zeit nach Beendigung seiner 40stündigen Kleinbus-Anreise von Frankfurt nach Sofia am Spieltisch sitzen müssen. Nicht gerade das, was man eine konzentrierte Vorbereitung nennen würde. Doch das strikte Vorgehen der Bulgaren ist möglicherweise auch eine Reaktion auf das von Anand zuvor vorgebrachte Misstrauen: Der Inder glaubt an eine positive Beeinflussung seines Konkurrenten durch die Zuschauer, weshalb auf seine Anordnung hin um den Schachtisch ein Netz gespannt wird, dessen Gewebe verhindert, dass die Spieler den Zuschauerraum sehen können. Außerdem setzte er durch, dass jeder Zuschauer beim Betreten des Saales wie im Flughafen mit Metalldetektoren untersucht wird.

Man merkt schon: Gegenüber den Verhältnissen bei der Schach-WM sind die letzte Woche beschriebenen Psychospielchen im Bundesligafinale nicht viel mehr als Dummerjungenstreiche. So warf der diesjährige Herausforderer Topalow seinem WM-Konkurrenten Kramnik im Jahr 2007 vor, dieser habe während einer Toilettenpause heimlich einen Computer zu Hilfe genommen. Und als im legendären WM-Kampf 1972 der US-Amerikaner Bobby Fischer dem Russen Boris Spasski die Krone entriss, glaubten die Sowjets, der CIA hätte mit geheimnisvollen Strahlen eingegriffen und Spasski das Denken erschwert.

Die genannten Anekdoten zeigen, dass die Schach-WM eine renommierte und sehr anerkannte Veranstaltung ist, bei der alles versucht wird, um den Sieg zu erringen. Doch in Deutschland fragt man sich immer wieder gerne: Ist Schach überhaupt ein Sport? Mit körperlicher Ertüchtigung hat das Gegenübersitzen und Auf-ein-mit-Figuren-bestücktes-gemasertes-Brett-Starren ja nicht viel zu tun. Im allgemeinen wird auch gern auf die tödliche Langeweile hingewiesen, die ein Schachspiel verströmt. Wer könne schon stundenlang dabei zusehen, wenn nichts anderes passiert, als dass Figuren auf einem Brett hin- und hergeschoben werden. Diese Argumente sind alle schlüssig. Andererseits besitzt Schach durchaus Züge eines typischen sportlichen Wettkampfes. Und in diesem Zusammenhang soll auch die Frage erlaubt sein, warum die nicht viel spannenderen und schweißtreibenderen Sportarten Golf, Snooker oder Darts äußerst ausdauernd auf Deutschlands Sportkanälen gezeigt werden? Gibt es wirklich eine nennenswerte Anzahl von Leuten, die sich das regelmäßig ansehen? Wenn ja, dann hat Schach jedenfalls auch eine Daseinsberechtigung im TV. Jeder kennt Schach und Sachachcomputer sowie Schachrätsel in den Zeitungen erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit, selbst wenn Begriffe wie „Katalanische Eröffnung“ oder „Slawische Verteidigung“ bei den meisten Stirnrunzeln erzeugen. Doch das muss nicht so bleiben. Wenn Poker ein dermaßen großes TV-Event werden kann, dann kann es die Schach-WM schon lange. Das Fernsehen kann in der Lage sein, das ganze auch interessant aufzupeppen. Mit fachkundigen Kommentatoren und Experten, die in den zahllosen Pausen das Schach-Kauderwelsch erklären, mögliche Spielzüge vorausahnen und durch interessante Animationen unterstützt werden. Vielleicht werden dann sogar ewige Schach-Laien wie meine Wenigkeit das Spiel ein wenig besser begreifen.

Spotify hat keine Chance mehr

Es ist wirklich erstaunlich: Noch vor zwei Jahren war so etwas wie kostenloses On Demand Streaming von Musiktiteln Utopie. Mit Roccatune(vormals AdTunes) machte zu der Zeit ein Unternehmen den Anfang, was sich durch die Wirtschaftskrise nicht lange halten konnte. Sehr schnell hatte die Seite aber viele Fans, wenn auch die Technik nicht immer so optimal funktionierte. Die Werbepartner blieben leider aus, verließen sich zu der Zeit der Wirtschaftskrise lieber auf traditionelle Medien. Doch ein Nachfolger ließ mit Steereo, der Holtzbrinckvariante von kostenlosem On Demand Streaming nicht lange auf sich warten. Heute bietet der Onlinedienst zusätzlich zum kostenlosen Streaming auch noch Premiumpakete mit Desktop App an.
Doch bevor überhaupt an Steereo und Roccatune gedacht wurde gab es mit Simfy einen Dienst, der den kostenlosen Musiktausch ermöglichte. Das Geschäftsmodell währte eine Weile und verschaffte der Plattform eine beachtliche Nutzerzahl von über einer Millionen. Jetzt hat Simfy sein Geschäftsmodell verändert. Der Fokus liegt ab sofort auch auf dem On Demand Streaming von Titeln. Damit haben wir aktuell zwei Wettbewerber im Markt. Steereo hat die längere Erfahrung mit dem Geschäftsmodell, Simfy hat mehr Titel und die breitere Unterstützung von Plattformen. Außerdem hat Simfy derzeit bei den mobilen Apps auch das Offlinestreaming voraus. Der Markt ist also an sich eigentlich verteilt. Spotify, sollte es in Deutschland noch starten, wird voraussichtlich nur mit etwas sehr Außergewöhnlichem noch eine Chance haben, in den Markt einzusteigen. Doch das zu bieten fällt selbst mit der Sozialisierung des Dienstes schwer. Schließlich bietet Simfy bereits seit Jahren etwas Ähnliches an. Dementsprechend hätte Spotify wohl kaum Chancen in Deutschland. Zwar nutzen schon einige Deutsche mit Hilfe von ein paar Umwegen den Dienst, aber dennoch ist es um Einiges erstens bequemer und zweitens auch von den Kosten her nicht unbedingt verschieden. Punkten könnte Spotify, sollten sie es möglich machen, einen werbefinanzierten Desktop Client auf die Beine zu stellen. In den anderen Ländern, in denen Spotify aktiv ist, funktioniert dieses Prinzip bereits sehr gut. Allerdings dürfte der Mehrwert der Desktopapplikation auch keine Marktführerschaft ermöglichen. Mal abgesehen davon: Ein Start in Deutschland steht weiterhin aus. Bisher gibt es keine Einigung mit der Gema und solange es die nicht gibt, gibt es auch kein Spotify. Und selbst wenn Spotify starten sollte: Der Markt verteilt sich derzeit schon zwischen Simfy und Steereo. Und eh Spotify in Deutschland startet wird der Markt, sofern nicht besonders großes Werbebudget vorliegt, verteilt sein.